…auch gesehen in Graal-Müritz…

TSV-SchaukastenAn der Straße zur Seebrücke gibt es vor der Einmündung in den Friedhofsweg einen Schaukasten, der sich als Schaukasten des TSV zu erkennen gibt. Mit einigem Erstaunen mag man feststellen, dass dieser Schaukasten mit Wahlwerbung der Wirtschaftlichen Vereinigung bestückt ist. Ich muss hier zugeben, wem dieser Kasten gehört ist mir nicht bekannt. Ganz offenkundig soll aber der Eindruck erweckt werden TSV und Wirtschaftliche Vereinigung schreiten Hand in Hand. Ein Blick in die Satzung des TSV offenbart Der Verein wahrt parteipolitische Neutralität. Um diesen scheinbare Widerspruch aufzuklären, muss es so sein: Der TSV hat sich zu einer Unterorganisation der Wirtschaftlichen Vereinigung entwickelt! Wie das aber mit der Anerkennung der Satzungen und Ordnungen des LSB u.a. übereingeht, ist mir noch nicht ganz klar.
Spaß beiseite, es ist m.E. verheerend, wenn Vereine zu Propagandaorganen einzelner Parteien oder Wählervereinigungen mutieren. Denn schaut man sich die durchaus kontrovers diskutierte Förderpraxis zu Gunsten des TSV an, ist festzustellen, dass es vor allem die Wirtschaftliche Vereinigung ist, die ohne jede Sachauseinandersetzung eigentlich jeden Förderwunsch des Vereins akzeptiert und durchwinkt. Eine Hand wäscht die andere drängt sich da auf. Anders formuliert, es entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit, die jede sog. Sachauseinandersetzung in der Gemeindevertretung ad absurdum führt. Unbestritten ist es legitim, wenn sich der TSV mit seinen Wünschen an die Gemeindevertretung oder einzelne Parteien, Wählervereinigungen oder wem auch immer wendet, das kann jeder andere auch. Die Gemeindevertretung hat aber immer Kosten, Nutzen, Chancen und Risiken für gesamte Gemeinde gegeneinander abzuwägen. Wie soll so etwas funktionieren, wenn die Gemeindevertreter nicht frei in ihrer Entscheidung sind? Auch die Entscheidung, sich für befangen zu erklären, setzt ja Entscheidungsfreiheit voraus. Natürlich kann die Wirtschaftliche Vereinigung, anders als Parteien i.e.S., mit ihren Mitteln tun und lassen, was sie will. Der Griff in die Gemeindekasse verbietet sich aber, wenn, wie auch immer geartete, Abhängigkeiten bestehen. Vielleicht und das ist zu hoffen, war die Entscheidung des TSV sich für Zwecke der Wirtschaftlichen Vereinigung einspannen zu lassen, eine einsame Vorstandsentscheidung.

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9 Antworten auf …auch gesehen in Graal-Müritz…

  1. Oliver Behrens und Mario Kosubek sagt:

    Der fragliche Kasten ist ein privater Schaukasten, der auf ebenso privatem Grundstück steht. Bei Bedarf wird dieser Kasten dem TSV zur Verfügung gestellt. Die hier aufgezeigt Verbindung zwischen TSV und Wirtschaftlicher Vereinigung entspricht nicht der Wahrheit. Da eine solche Verbindung fälschlicherweise aus dem Aushang unsere Wahlwerbung in dem betreffenden Schaukasten gezogen werden kann, werden wir daher die Wahlwerbung an diesem Standort umgehend entfernen.

    • H. Schmidt sagt:

      Dann will ich euch das ‚mal glauben (und bin ein bischen erleichtert). Zugeben müßt ihr aber, dass das komisch aussieht. Links und rechts das Vereinslogo und dazwischen eure Werbung. Was auf dem weißen Zettel steht, kann man (leider) nicht lesen.

    • coastWriter sagt:

      Als Ex-Mitglied bin ich jetzt ein wenig ruhiger. Wäre ein Unding gewesen. Fehler macht jeder.

  2. Guido sagt:

    Hatte mich gerade schon bei dem Rasen aufgeregt, daher, ohne weiteren Kommentar. Was sagen eigentlich die anderen Vereinssparten zum Vorstand? Fußball über alles und dafür wirft man die Moral über Bord?

  3. Rudi sagt:

    Nee, mit dem Rasenfeld ist alles Zufall. Was hatten die noch geschrieben, ihr Sportplatz würde saniert. Mit dem TSV haben die nichts zu tun. Alles Zufall…

  4. coastWriter sagt:

    Wenn das ein Club ist, dann sollen dies in ihre Satzungen aufnehmen, dann weiß man, woran man ist.

  5. Steffie W. sagt:

    Sowas ist einfach nur daneben.

  6. Wolfgang Berndt sagt:

    Im Sportfördergesetz steht: „Die Zuwendungsempfänger ergreifen geeignete Maßnahmen zum Schutz des Sports, insbesondere gegen den Einsatz von Dopingmitteln und den Missbrauch des Sports.“
    Wenn es so ist, dass sich der Verein instrumentalisieren läßt, sollte geprüft werden, ob denn die Voraussetzungen z.B. für die Förderung des unten behandelten Fußballrasen gegeben sind.

  7. H. Schmidt sagt:

    Das geht ja Knall auf Fall! Man hat kaum Zeit sich mit den Texten zu befassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Engagement für die Wirtschaftliche Vereinigung beim TSV Mehrheitsmeinung ist! Ein Sportverein sollte sich auf den Sport konzentrieren und sich möglichst aus parteipolitischen Auseinandersetzungen heraushalten! Es gibt doch keine Partei oder Wählervereinigung in Graal-Müritz, die den Verein nicht unterstützt. Gestritten wird nur wie, in welchen Umfang und unter welchen Bedingungen, Geld gegeben werden soll. Da muß der Grundsatz gelten, nur soviel Förderung wie erforderlich und nur für Vereinszwecke. Dieses „eine Hand wäscht die andere“ ist völlig daneben.

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