Einmal ganz kurz zur TUK GmbH

Da wurde vom Finanzgericht eine sog. verdeckte Gewinnausschüttung der TUK GmbH festgestellt, im Klartext also eine Steuerhinterziehung und von offizieller Seite hört man dazu nichts. Es ging um insgesamt rd. 40 T€ und niemanden interessiert es? Kaum vorstellbar! Wahrscheinlicher ist, dass die Beteiligten den Vorgang lieber unter sich klären. Ein Stück weit unverständlich ist dies dennoch, da die bekannten Protagonisten strafrechtlich wohl nicht mehr belangt werden können (die Mühlen der Justiz mahlen langsam!) und sie auch arbeitsrechtliche Konsequenzen kaum zu befürchten haben (..). Alles in allem also ein idealer Anlass, um die Verflechtungen zwischen Gemeinde, TUK und TUK GmbH einmal aufzuklären. Daran scheint aber von offizieller Seite niemand ein Interesse zu haben. M.E. ist dies ein Beleg dafür, dass die Privatisierung der TUK GmbH unter Minderheitsbeteiligung der Gemeinde kein tragfähiges Konzept ist. Faktisch bedeutet diese Minderheitsbeteiligung nichts anderes, als dass der Gemeindevertretung wirksame Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten entzogen sind. Notwendig wäre daher eine Rekommunalisierung, wie auch immer diese ausgestaltet wird.
Um noch kurz beim Thema zu bleiben, beispielsweise auch eine überhöhte Mietzahlung an einen Gesellschafter u.dgl. wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung …
Vom Tourismus allein kann Graal-Müritz zwar nicht leben, Tourismus im weiteren Sinne ist aber der einzig nennenswerte Wirtschaftszweig in Graal-Müritz, den es daher zu fördern gilt. Die Finanzierung der touristischen Infrastruktur erfolgt zu einem Großteil aus dem Kurabgabenaufkommen unserer Gäste, der Einsatz dieser Mittel hat allein der Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Erneuerung, Verwaltung und Unterhaltung der touristischen Infrastruktur zu dienen. Und hier gibt es Handlungsbedarf. Ich will hier kurz auf ein Erlebnis aus dem letzten Sommer eingehen: Offensichtlich ein Tourist fragte, warum kein offenes WLAN am Strand verfügbar sei? Man kann ja durchaus geteilter Meinung sein, ob man ständig Online sein muss. Was das kleine Beispiel aber zeigt, die Ansprüche und Erwartungen der Touristen haben sich geändert und in Graal-Müritz wurde offensichtlich nicht darauf reagiert. Meines Wissens gibt es überhaupt kein offenes WLAN in Graal-Müritz.

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11 Antworten auf Einmal ganz kurz zur TUK GmbH

  1. klaus78 sagt:

    Ich bin mir sicher, dass hier nur die Spitze vom Eisberg veröffentlicht wird. Das ist aber schon deprimierend und ermüdend. Und alles dreht sich um ein paar Leute, die meinen, Regeln gelten nur für andere. Die merken dabei gar nicht, was sie alles kaputt machen. Wenn sich die Gemeinde an einer Steuerhinterziehung beteiligt (die Gemeinde ist immer noch bei der TUK beteiligt), warum zahlt der Dummbürger dann noch Steuern? Bei den Wirtschaftlichen mag Steuerhinterziehung noch eine Bagatelle sein, für den Normalbürger ist das einfach nur unsozial – da sollte sich insbesondere die C-wie-Zukunft-Partei dran erinnern.

    • Rudi sagt:

      Wer sagt denn, dass die Gemeinde sozial ist? Ich habe mit dem Verfasser gesprochen, nenne aber keinen Namen ;) Wenn ichs richtig verstanden habe, hat der Baron die Privatisierung der TuK an der GV vorbei entschieden, plötzlich hatte die Gemeinde nur noch ne Minderheitsbeteiligung …
      Das Problem ist, die Gvler werden dumm gehalten, das größere Problem ist, die wissens und lassen sich das gefallen. Mal gucken wann das auch der „Dummbürger“ merkt…

    • Wera sagt:

      noch krasser
      Das war ein Zitat, da kann man nur noch den Kopf schütteln.

  2. H. Schmidt sagt:

    Wie das damals gelaufen ist, dass die Gemeinde die Mehrheit bei der TUK verloren hat, weiß ich nicht, das wurde auch nie publik gemacht. Da müssen Dinge gelaufen sein, die man sich gar nicht ausmalen will. Wer weiß, was da sonst noch für Leichen im Keller vergraben sind. Die TUK gehört natürlich unter die Kontrolle der Gemeinde! Dazu muß man nicht einmal kommunalisieren. Man könnte auch einfach den Gesellschaftervertrag ändern. Da könnten unsere Gemeindevertreter ordentlich Druck machen, nach dem Motto „wenn ihr nicht wollt, dann ziehen wir uns ganz zurück“. Aber wollen die das?

  3. rene sagt:

    Das nenne ich mal echten Klartext, mutig – Danke

  4. Wera sagt:

    Es kann nicht die Frage sein, dass die Gemeindevertretung in der Pflicht steht, die ordentliche Verwendung der Kurtaxe zu kontrollieren. Das ist Sie den Touristen schuldig. Wenn das bei der TuK nicht geht, muss man notfalls rekommunalisieren. Rekommunalisierung darf aber nicht Selbstzweck sein.

  5. Baumfreund sagt:

    Surfen am Strand wäre mal was. Ich meine im Internet. Empfang ist da immer schwierig.

    • Wera sagt:

      Ich verstehe nicht, warum viele ständig und überall mit ihren Geräten ins Internet oder erreichbar sein wollen, wenn die Leute das wollen, sollte es angeboten werden. Ich würde mir aber wünschen, dass es stille Bereiche gibt.

  6. Rita sagt:

    Ich frag mich, ob es nicht Aufgabe der Gemeinde ist, sicherzustellen, dass die Kurtaxe richtig eingesetzt wird. Die Touristen haben einen Anspruch darauf, dass mit ihrem Geld vernünftig umgegangen wird!

  7. Anonymous sagt:

    voll krass

  8. Rudi sagt:

    Das wird hier noch sowas wie ne Enthüllungsplattform. Kommunalisieren ist der richtige Weg, den Beschäftigten wirds egal sein und was der Baron usw. sagen sollte auch egal sein.

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